
Kampfkunst

Die Qual der Wahl (Wie man eine Kampfkunst/Kampfsportart auswählt)
Oft stellt der Neuling uns die Frage, welches Kampf-System das Beste sei. Die Antwort darauf kann nicht grundsätzlich gegeben werden, denn die Frage ist nicht vollständig.
So müssen wir die Gegenfrage stellen: „Welche Anforderungen stellst du an ein Kampf-System? Auf welchen Aspekt legst du besonderen Wert?“ Denn jede Kampfkunst hat ihre Vor- und Nachteile, ihre Stärken und Schwächen. Die meisten Systeme und Stile haben sich auf bestimmte Bereiche spezialisiert. Jede Kampfkunst ist deshalb auf ihrem Spezialgebiet die beste, vernachlässigt aber notwendigerweise Aspekte, die andere Künste besonders in den Vordergrund stellen.
So erhält unser Anfänger auf der Suche nach seinem Dojo (japanisch für Kampfkunstschule), Dojang (koreanisch) oder Kwoon (chinesisch) oft die Antwort: „Unser System ist das Beste“. Und diese Antworten sind meist ehrlich und mit Überzeugung gegeben worden. Stets aber setzt der Sensei (jap. für Lehrer), Sabom (korean.) oder Sifu (chinesisch für väterlicher Lehrer) voraus, dass der Fragesteller demselben Aspekt den Vorzug gibt, wie er selbst.
Es gibt mehr als 500 Kampfsysteme und -Stile und alle beanspruchen für sich den Titel „Das beste System“ und haben meist Recht.Wollen Sie Ihr Idealsystem finden, schlagen Sie nicht gleich im Branchenregister Ihres Telefonbuches nach, sondern überlegen Sie vorher, worauf Sie am meisten Wert legen.
Nun gibt es besonders Kluge, die weisen darauf hin, dass „ihr System“ alle unten genannten Teilbereiche in gleichem Maße erfülle und beanspruchen damit, im Besitz einer Lösung des Problems zu sein.
Aber hier verhält es sich wie mit einer Medizin, die laut inliegendem Prospekt gegen alles gut sein soll. Wahrscheinlich wirkt sie gegen überhaupt keine Krankheit. Das schließt natürlich nicht aus, dass es sog. Misch-Systeme seriöser Art gibt, aber diese sind notgedrungen auf jedem Teilgebiet einem spezialisierten System unterlegen. Wir unterscheiden in: Körperbau-, Opern-, Kampf- und Gesundheitssysteme.
Systeme, die Kraft und Gelenkigkeit verlangen und deshalb Gymnastik und Konditionstraining betonen. In Hongkong benutzt man manchmal für sie die Bezeichnung Körperaufbau-Systeme, weil sie den Körper stärken und aufbauen.
- Systeme, denen schöne, weite, elegante Bewegungen, künstlerische und artistische Tritte und hohe Sprünge Selbstzweck sind, ohne besonderen praktischen Nutzen im Kampf. Wir erkennen diese Stile an ihren ballettartigen Bewegungen, z. B. in Kung-Fu-Filmen. Bruce Lee hat in seinem Film „Way of the Dragon« diese Systeme durch Imitation verspottet. Weil sie in der chinesischen Oper mit ihren Kampf- und Schlachtszenen eindrucksvoll eingesetzt werden können, nennt man sie in Hongkong meistens die Opernsysteme.
- Systeme, die das genaue Gegenteil der letztgenannten sind, die auf alles verzichten, was mit Show zu tun hat und sich nur an der Kampfpraxis orientieren. Nur was im Ernstfall den Gegner risikolos, ohne überflüssige Bewegungen direkt und in kürzester Zeit ausschaltet, hat einen Platz im Repertoire eines Kampfsystems.
- Systeme, die besonders die Gesundheit, das lange Leben, die Meditation usw. fördern und in den Vordergrund stellen, nennt man die Gesundheitssysteme.
Wenn wir jetzt genauer auf die eben genannten Klassen eingehen und einige bekannte oder im Westen unbekanntere Vertreter nennen, bitte ich die Leser zu bedenken, dass wir nur über die klassischen Formen der betreffenden Kunst sprechen. So gilt z. B. über klassisches Karate Gesagtes nicht unbedingt für moshy;difiziertes Karate (z. B. Sport-Karate, Vollkontakt).
Beginnen wir mit der 1. Gruppe, den sog. Körperaufbau-Systemen. Zu ihnen gehören die meisten harten Shaolin-Stile, z.B. Hung-Gar-Kung-Fu, und deren Söhne, Enkel und Urenkel wie japanisches Karate und koreanisches Taekwon-Do als im Westen bekannteste Vertreter.
Wenn man Anfänger nach ihrem Motiv, Budo oder Wu Shu zu treiben, befragt, erhält man oft die Antwort: „Um mich fit zu halten, den Körper zu kräftigen und Gewicht zu verlieren“.
All dies bieten diese Systeme in hohem Maße. Sollten wir kurz zwischen den Sportarten Karate und Teak-won-Do unterscheiden, dürfen wir sagen, dass Karate mehr die Handtechniken, Taekwon-Do mehr die hohen Fußtechniken betont.
Von der Trainingsatmosphäre her scheint uns das Karate etwas ruhiger, Taekwon-Do stakkatohafter zu sein. Kurz, im koreanischen Taekwon-Do fühlten wir uns stets gehetzter, was allerdings unserer Kondition gut tat. Aber diese Eindrücke müssen durchaus nicht repräsentativ sein.
In der 2. Gruppe finden wir vor allem die sog. Tiersysteme, z.B. „Kranich-Kung-Fu“, „Affen-Kung-Fu“ usw. Wir erkennen diese Opernsysteme, oft auch Blumen-Kung-Fu genannt, an ihren ästhetisierten Bewegungen. Als Faustregel, die fast immer stimmt, können wir uns merken: Hat ein System schöne, tänzerische Bewegungen, ist es möglicherweise für die Praxis, den Kong-Sao (Kampf ohne Regeln) nicht sehr geeignet.
Sind die Bewegungen eines Kung-Fu-Systems weich, d. h. ohne das vom Karate her gewohnte Kirne (Brennpunkt), fehlt der Einsatz der Hüfte, so bedeutet dies nicht unbedingt, dass wir ein Opernsystem vor uns haben. Z. B. ist Tai Chi sehr weich, fließend und ohne Kirne, gehört aber keinesfalls in die Gruppe der Opernsysteme.
Die 3. Gruppe ist die der reinen, kompromisslosen Kampfsysteme, die sich durch kleine, knappe, sparsame Bewegungen auszeichnen. Hier fehlt alles Spektakuläre. Hier gibt es kaum hohe Tritte, kaum Sprünge oder markerschütternde Schreie. Auch tiefe Stellungen und starre Kampfstände wird man vergebens suchen. Kampfsysteme wirken fürs Auge nicht attraktiv. Sie eignen sich ebenso wenig für Demonstrationen wie etwa Boxtechniken. In Filmen werden sie fast nie gezeigt, denn das Auge des Laien ist nicht schnell genug, um diese ausgeklügelten, ökonomisch-kurzen Bewegungen erkennen zu können.
Es gibt wenige reine Kampfsysteme, wir könnten kaum mehr als ein halbes Dutzend aufzählen. Das bedeutet nicht, dass man mit den anderen Systemen nicht kämpfen könnte. Nur — mit den spezialisierten Kampfsystemen geht es halt noch besser. Das heißt aber wiederum nicht, dass jeder Exponent eines Kampfsystems jeden Exponenten eines anderen Systems unbedingt im Kampf schlagen müsse. Im Kampf stehen sich nämlich nicht System A und B gegenüber, sondern Fritz und Joachim, und beide mit ihren individuellen Stärken, Schwächen und Ängsten. Fritz nützt es in diesem Augenblick überhaupt nichts, dass sein Sensei 25 Dachziegel zerschlagen kann, und Joachim hat Angst, obwohl sein Sifu mit verbundenen Augen seine Kämpfe gewinnt.
In Asien (Hongkong, Taiwan, Singapur, Bangkok) finden regelmäßig K.O-Turniere statt, an denen Vertreter jedes Systems teilnehmen können, in Hongkong veranstaltet man geheime Kong-Sao (Kämpfe). Hier erweist es sich, dass nur wenige Systeme regelmäßig vertreten sind, und dass eigentlich nur einige Systeme sich die Plätze teilen. Thai-Boxen, Choy-Lee-Fut-Kung Fu und Wing-Tsun-Kung Fu. Vereinzelt nehmen Pa-kua, Hsing-l, Lohan, Kickboxer und westliche Boxer mit Erfolg teil.
Und damit kommen wir auch schon zur letzten, der 4. Gruppe nach unserer Einteilung, den Gesundheitssystemen.
Hierunter fallen Tai Chi, Hsing-l, Pakua — als sogenannte innere Systeme, aber auch manche Shaolin-Systeme. Oft hört man die Bezeichnung Chi-Kung. Das weist auf die Atmung hin, die bei den Gesundheitssystemen eine wichtige Rolle spielt. Jedoch sollte man — von unseriösen Sifus beanspruchten — rätselhaften, magischen Chi-Kräften keinen Glauben schenken. Die richtige Atmung vermag viel, aber ein Mensch bleibt ein Mensch.
Nun sind wir zum Ende unserer Einteilung gekommen. Viele mögen „ihr“ System, „ihren“ Stil vergeblich gesucht haben. Aber bedenken Sie, wir können nicht alle nennen. Wir können jeweils nur einige Vertreter jeder Gruppe aufzählen. Wenn Sie unsere Kriterien beachten, dürfte es Ihnen nicht schwer fallen, andere Systeme einzuordnen.
Nachdem Sie sich nun über die Anforderungen, die Sie persönlich an Ihr System stellen, klar geworden sind, machen Sie sich mit dem Budo- bzw. WuShu-Angebot Ihrer Gegend vertraut.
Selbst wenn es sich bei dem Sifu um einen Asiaten handelt, bedeutet das nicht grundsätzlich, dass er auch fachlich zum Lehrer qualifiziert ist. Als Systemfremder kann man kaum beurteilen, ob es sich um einen Schüler, Fortgeschrittenen oder Meister handelt.
Geben Sie sich nicht zufrieden damit, wenn der Lehrer sagt, er unterrichte Kung Fu. Kung Fu ist zum Oberbegriff für chinesische Kampfkünste geworden. Fragen Sie ihn nach dem genauen Namen seines Systems. Hat es keinen Namen, oder existiert der Name nur in der Vorstellung des „Lehrers“, wie etwa „Barrakuda-Kung-Fu“, »Shaolin Kendo Fu“, „Philosophie-Dschungel-Kung-Fu“, „Kung-Fu-Karate“, dann verlassen Sie schleunigst diesen Ort.
Der Leser ist gut beraten, wenn er bei Phantasiesystemen gesundes Misstrauen walten lässt.
Eine weitere Faustregel: Nennt der Kung-Fu-»Meister“ sich DAN (existiert nur in japanischen und koreanischen Systemen) bedauern Sie ihn ob seiner Unwissenheit, denn DAN-Grade und Schwarzgurte gibt es im echten chinesischen Kung Fu nicht.
Beruft sich der „Meister“ auf seinen unbekannten, abgereisten chinesischen Lehrer, dessen Adresse er nicht hat, nicht nennen darf, oder der inzwischen verstorben ist, lachen Sie ihn aus.
Seien Sie mißtrauisch, wenn jemand vorgibt, im Shaolin-Kloster Kung Fu gelernt zu haben, ohne dass er David Carradine heißt.
Im Einzelfall muß bei einer derartigen Behauptung aber durchaus keine böswillige Absicht vorliegen, sondern nur ein Lapsus linguae. Manche meinen nämlich »Shorinji Kempo“ und sagen das bekanntere Wort „Shaolin-Kung-Fu“. Shorinji-Klöster gibt es in der Tat, vor allem in Japan, und dort lernen die Mönche die japanische Form des Shaolin-Kung-Fu, das Shorinji-Kempo des Doshin So.
Unterrichtet der Kung-Fu-„Meister“ nebenbei auch noch Karate, Ju-Jitsu, Taekwon-Do oder anderes, vergeuden Sie nur Ihre Zeit, wahrscheinlich kann er gar nichts richtig.
Nennt er sich gar Meister in mehreren Kung-Fu-Systemen und ist noch unter dreißig, nehmen Sie Reißaus. Kung Fu lernt sich nicht über Nacht, aber unser „Meister“ will über Nacht reich werden.
Zusammenfassend kann man sagen, dass die Gefahr, von Scharlatanen und »Alleskönnern« getäuscht zu werden, im Kung Fu weit größer ist, als in schon etablierten Kampfsportarten wie Judo, Karate, Aikido, Taekwon-Do usw.
Wenn wir auch aufgrund der innewohnenden Logik und Praxisnähe dem Wing Tsun persönlich den Vorzug geben, möchten wir Sie alle hier würdig repräsentiert wissen: Choy Lee Fut, Pak Mei, Tong Long, Hop Gar, Tal Chi, Hsing-l, Pakua, Hung Gar, etc.
Der Anfänger aber, der einem Pseudo- oder Do-it-your-self-Meister in die Hände fällt, ist wahrscheinlich für das authentische chinesische Kung Fu für immer verloren. Außerdem sind „falsche“ Kung-Fu-Schulen eine negative Werbung für die Sache aller chinesischen Systeme.
Fairerweise möchten wir allerdings anmerken, dass auch ein talentierter Autodidakt gute Kämpfer hervorbringen kann und vielleicht von den besten Absichten geleitet wird. Aber er sollte seiner persönlichen Methode dann nicht den Namen „Kung Fu“ geben, sondern vielleicht „Allkampf“ oder, wenn es sein muss, Schul-Tze-Do“ (der Weg von Schulze).
Um unser Leitthema wieder aufzunehmen: Nicht jedes System ist für jeden gleichermaßen geeignet. Deshalb begrüßen wir die Systemvielfalt, die jedem etwas bietet.
Wenn wir z.B. auch Kindern meist Judo oder Taekwon-Do, Frauen Aikido, Tai Chi, weiche Wu-Shu-Systeme oder auch Wing Tsun empfehlen, wissen wir doch, dass viele sich aus den verschiedensten subjektiven Gründen ganz anderen Stilen zuwenden. Voraussetzung ist immer, dass einem das gewählte System auch Spaß macht. Dagegen müssen Vernunftgründe zurücktreten.
Und gehen Sie nicht nur nach dem unterrichteten System. Schauen Sie ein- oder zweimal beim Training zu. Ist es ruhig, hektisch, laut? Welcher Respekt wird dem Lehrer entgegengebracht? Unterrichtet der Meister selbst, ist er in der Regel anwesend oder lässt er sich meistens von einem Fortgeschrittenen vertreten? Werden die Schüler regelmäßig kontrolliert und korrigiert? Sind mehr Schüler in der Bar vor dem Übungsraum als auf der Kampffläche?
Lassen Sie sich bitte nicht durch luxuriöse Räumlichkeiten und architektonische Raffinessen einnehmen. Was allein zählt, ist die Qualität des Unterrichts.
Eine Kampfschule ist nicht deshalb besser als eine andere, weil sie mehr Mitglieder hat, aber sie muss deshalb auch nicht schlechter sein!
Viele verteufeln kommerzielle Schulen. Aber bedenken wir, dass in Asien fast alle Schulen kommerzielle sind. Und dort ist meist die teuerste die beste. Dieser Satz gilt aber nur für die qualitätsbewußten Asiaten, aber jede Arbeit ihres Lohnes wert, und 50,00 bis 80,00 Euro erscheinen uns keineswegs zu hoch für einen Monat qualifizierten Unterrichts.
Viele Schüler und Lehrlinge verfügen nicht über die nötigen Mittel. Ihnen dürfen wir die zahlreichen Kampfsportvereine empfehlen, die den Schulen durchaus nicht nachstehen müssen, aber das monatliche Budget nicht so belasten.
Keith Kernspecht 1977
Die Bedeutung der Philosophie in der chinesischen Kampfkunst
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|  Bodhidharma (Ta Mo), der ca 520 n. Chr. den Buddhismus ins Shaolin-Kloster brachte
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Viele Anfänger asiatischer Kampfkunst kommen zu uns mit romantischen Vorstellungen, die sie aus fragwürdigen Filmen oder Büchern gewonnen haben.
Sie wollen nicht wirklich erfahren, was Kampfkunst ist, sie wollen das, was sie selbst darunter verstehen bestätigt sehen.
Die Philosophie im Kung Fu ist sehr praktisch und auf das Hier und Jetzt bezogen. Der Schüler, der zu viel fragt, durch zu viel Wissen glänzen will, wird ignoriert oder durch eine heilsam knappe Antwort wieder auf den Teppich des Alltäglichen geholt.
Was zählt, ist im „Kung Fu“, die gut gemachte Arbeit. Man fängt mir den einfachen Dingen an: mit richtigem Stehen, Bewegen, Gehen, Sehen, Atmen. Man lernt nicht durch Fragen oder Lesen, sondern man erfährt durch Tun, durch Sich-Mühe-geben. Dies ist die Philosophie des Kung Fu. Dies ist die Aufgabe der ersten Form des Wing Tsun Kung Fu, der Siu-Nim-Tau(SNT). Der Schüler soll jede Bewegung der SNT so gut wie möglich ausführen, er soll die Bewegung denken, soll selbst zu der Bewegung werden.
So lernt man Kung Fu. So lernt man Wing Tsun. Alles andere ist Unsinn, eine Zeitverschwendung für den Schüler und eine Armutserklärung des Lehrers.
Drei Lehren, eine Familie, heißt es. Konfuzianismus, Taoismus und Buddhismus, drei teilweise widersprüchliche Philosophien gaben den Wing Tsun den geistigen Hintergrund.
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|  Konfuzius (Kung Fu Tze), der Begründer des Konfuzianismus
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Konfuzianismus steht für das wechselseitige Treue- und Respektverhältnis von Schüler und Lehrer sowie für die Unterrichtsweise. Taoismus für das kluge Nachgeben, für die Harmonie zwischen Gegensätzen, Buddhismus für unermüdliches, konzentriertes Üben und die Einstellung im Kampf.

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|  Lao Tze, der Begründer des Taoismus
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Der Taoismus beeinflusste die Techniken des Wing Tsun in hohem Maße. Es ist gut, um diese Zusammenhänge zu wissen, aber beim Wing Tsun geht es nicht um akademisches Wissen, sondern um intuitives Erfahren, um Können. Deshalb ist es oft nötig, den Schüler, der durch Bücherwissen zu kopflastig wurde, aus den Wolken zu holen.
Wissen ist im Wing Tsun nicht Macht. Nur Können hilft uns, eine gefährliche Situation zu meistern. Die Lösung der wirklichen Probleme kann der Verstand alleine nicht finden.
Wir möchten aber auch nicht versäumen, darauf hinzuweisen, dass mit falsch verstandenen Praktizieren fremder Philosophien unter Umständen Gefahren verbunden sein können, die der unerfahrene „Kung Fu-Fan“ gar nicht übersehen kann.
(Textauszug aus dem Buch „Vom Zweikampf“ von Großmeister K.R. Kernspecht)


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