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WT-Lehrer

Von Leung Bok Chau bis Chan Wah Shun
- Leung Bok Chau
Yim Wing Tsun heiratete schließlich ihren Verlobten Leung Bok Chau und gab die neue Kampfkunst-Methode, die sie von Ng Mui gelernt hatte, an ihn weiter. Leung Bok Chau soll schon vor ihrer Heirat Kung Fu geübt haben. Als sie nun geheiratet hatten und Wing Tsun oft über die Theorie der Kampfkunst zu ihm sprach, hörte er anfangs kaum zu, denn er glaubte, dass er mehr davon verstünde und dass sie ja nur eine schwache Frau sei. Dann aber fand Wing Tsun eine Gelegenheit, ihm ihr Können praktisch vorzuführen. Und so oft sie zusammen kämpften, so oft wurde Leung Bok Chau von ihr besiegt. Erst dann erkannte Leung Bok Chau, dass die Frau, die er geheiratet hatte, eine große Meisterin der Kampfkunst war. Er bewunderte das Können seiner Frau sehr und übte von nun an regelmäßig mit ihr. Ihr zu Ehren benannte er dieses Kung-Fu-System später Wing Tsun Kuen.
Einer Legende nach soll vor mehr als 250 Jahren während der Regierungszeit von Yung-Cheng (1723-1736) in chinesischen Ching-Dynastie das Shaolin-Kloster bei der Belagerung durch Soldaten der Manchu-Regierung abgebrannt sein.
Durch das Feuer im Shaolin-Kloster kamen die meisten -Mönche und Laien, die sich auf die Kampfkunst verstanden (es wurden dort auch Menschen in der Kampfkunst unterwiesen, die keine Mönche waren), ums Leben. Dennoch gelang es manchen Kämpfern zu entkommen. Zu diesen gehörten die sog. Fünf Älteren, die Führer der fünf Shaolin-Stile:
die buddhistische Meisterin Ng Mui, Meister Chi Shin, Meister Pak Mei, Meister Fung To Tak und meister Miu Hin und deren Schüler.
Um den Kampf gegen die verhasste Manchu-Regierung im Untergrund weiterzuführen nahmen die Flüchtigen Tarnidentitäten an und zerstreuten sich über das ganze Land.
Die buddhistische Nonne und Kung Fu-Meisterin Ng Mui war die einzige Frau im Shaolin-Kloster und die Älteste unter den sog. fünf Älteren. Sie zog nach der Vernichtung des Shaolin-Klosters durch das Land und ließ sich schließlich im Weißen Kranich-Tempel am Tai Leung-Berg, einem spärlich bewohnten Berg an der Grenze zwischen den Provinzen Szechwan und Yunnan nieder, um sich ungestört auf Kampfkunst und Tschan (die chinesische Variante des japanischen Zen) zu konzentrieren. Eine buddhistische Richtung, die während der nördlichen und südlichen Dynastien durch Bodhidharma entstanden war.
- Leung Lan Kwai
Von Leung Bok Chau ging das System dann weiter zu Leung Lan Kwai, einem Krauter- und Knochenarzt, der seine Kung-Fu-Kenntnisse aber für sich behalten und niemals publik machen wollte. Nicht einmal seine Verwandten und engsten Freunde wussten, dass er ein Meister des Kung Fu war. Sein Geheimnis wurde erst offenbar, als er eine Gruppe Schläger in die Flucht schlug, die einen einzelnen angriff. Leung Lan Kwai hatte niemals mit seinem Können angegeben - ganz eingedenk dem (heute überholten) Gebot seiner Kung Fu- Ahnen, das da lautete: Zeige der Öffentlichkeit nicht, dass du Wing Tsun Kuen beherrschst!
- Wong Wah Bo und Leung Yee Tei
Hätte Leung Lan Kwai sein Können niemals gezeigt, so hätte diese Geschichte des Wing Tsun Kuen wohl niemals geschrieben werden können. So aber geschah es durch glückliche Umstände, daß er sein Wissen an Wong Wah Bo weitergab, einen Schauspieler, der eine Heldenrolle in einer Operntruppe spielte. Damals nannte man alle Opern-Truppen-Schauspieler "Jünger der Roten Dschunke". Wong Wah Bo war solch ein Jünger der "Roten Dschunke", als er von Leung Lan Kwai als Schüler angenommen wurde. Leung Lan Kwai hatte ursprünglich niemals jemand unterrichten wollen, aber Wong Wah Bos aufrechter Charakter und sein Gerechtigkeitssinn stimmten ihn um, so dass ihn Leung Lan Kwai als Schüler akzeptierte.
Es war damals üblich, dass die meisten Jünger der "Roten Dschunke" etwas von der Kampfkunst verstanden. Bei ihren Vorführungen mussten sie dicke Schminke auf ihre Gesichter auftragen, so dass sie nicht zu erkennen waren. Das war auch der Grund dafür, dass sich viele Anhänger des Shaolin-Klosters als "Jünger der Roten Dschunke" tarnten und so ihre wahre Identität vor der Manchu-Regierung geheim hielten.
Ein gutes Beispiel dafür war der buddhistische Meister Chi Shin, einer der fünf Älteren des Shaolin-Klosters. Meister Chi Shin, der der Belagerung des Shaolin-Klosters entkommen war, hatte sich als Koch der "Roten Dschunke" getarnt, um nicht verhaftet zu werden. Aber es war schwierig, Geheimnisse zu bewahren. Früher oder später offenbarte sich fast jeder einem Menschen, dem er vertrauen zu können glaubte. Meister Chi Shin war keine Ausnahme. Er vertraute sich schließlich mehreren "Jüngern der Roten Dschunke" an, die großen Gerechtigkeitssinn besaßen. Sie verrieten den "steckbrieflich gesuchten Verbrecher" nicht an die Regierung.
Im Gegenteil! Sie schützten ihn mehrfach erfolgreich in gefährlichen Situationen, denn als rechtschaffene Menschen hassten sie die Manchu-Regierung und arbeiteten im geheimen an ihrem Sturz, indem sie geheime Vereinigungen gründeten, die Aktionen gegen die Manchu-Regierung unternahmen. So wurde Meister Chi Shin ihr Held.
Er brachte ihnen die Kunst des Kämpfens bei, indem er sie im Shaolin-Kung-Fu unterwies, damit sie auf den bevorstehenden Kampf mit den Manchu-Soldaten vorbereitet waren. Unter Meister Chi Shins Schülern verdient Leung Yee Tei besondere Erwähnung. Er war nicht als Schauspieler, sondern als Seemann (engt. Poler) auf der "Roten Dschunke". Mit Hilfe einer langen Stange lenkte er die Dschunke. Von all den Techniken, die Meister Chi Shin demonstrierte, gefiel Leung Yee Tei deshalb die "Langstock-Technik" am meisten.
Leung Yee Tei hatte doppeltes Glück: Meister Chi Shin war einer der seltenen Langstock-Experten, und er hielt Leung Yee Tei für würdig, diese Technik zu erlernen! Nun aber zurück zu Wong Wah Bo, der in der Schauspielertruppe der "Roten Dschunke" arbeitete, die Leung Yee Tei mit seinem langen Ruder (engl. Pole) lenkte.
Wong Wah Bo bewunderte Leung Yee Teis Langstock-Technik, und Leung Yee Teis wiederum bewunderte das waffenlosel Wing-Tsun-Kung-Fu Wong Wah Bos. Sie konnten beide voneinander lernen und tauschten ihre Kenntnisse aus. Auf diese Weise wurde Leung Yee Tei ein Mitglied der Wing Tsun-Familie und das WingTsun-System hatte nunmehr zusätzlich zu ihrer Doppelmesser-Methode (Bart-Cham-Dao) auch noch eine weitere Waffen-Bewegungsfolge aufgenommen: die "6 1/2 Punkt-Langstock-Technik". Als Wong Wah Bo und Leung Yee Tei einander halfen, die Technik des anderen zu erlernen, stellten sie fest, dass sie ihre eigene Technik mit Hilfe der Technik des anderen ergänzen und verbessern konnten.
Zum Beispiel konnten sie die ursprüngliche Langstock-Technik verbessern, indem sie es den genialen WT-Prinzipien unterwarfen. Unter anderem übernahmen sie für den Langstock die Wing Tsun-Trainingsmethode der Arme "Chi Sao" (Klebende Arme), so dass die neue Langstock-Übung "Chi-Kwan" erschaffen wurde.
Außerdem machten sie die Technik wirksamer, indem sie den Langstock weniger breit fassten und die Schritt-Technik des waffenlosen Wing Tsun übernahmen.
- Dr. Leung Jan
Im fortgeschrittenen Alter gab Leung Yee Tei die Kunst des Wing Tsun Kuen an Leung Jan weiter. Leung Jan war ein bekannter Arzt in Fatshan, eine der vier berühmten Städte der Provinz Kwantung in Südchina. Fatshan, ein Verkehrsknotenpunkt am Perlenfluss, war ein berühmter Handelsplatz, an dem Regierungsbeamte, reiche Kaufleute, Arbeiter und gewöhnliches Volk zusammenkamen.
Leung Jan gehörte dort eine Art Kräuter-Apotheke. Er kam aus einer guten Familie, war kultiviert, freundlich und höflich. Er kümmerte sich nicht nur um seine xJang-Sangx Apotheke in der xEss-Stäbchen-Straßex in Fatshan, sondern er gab den Bürgern von Fatshan auch ärztlichen Beistand. Als guter Arzt genoss er das Vertrauen der Einwohner, so dass seine Praxis gut besucht war.
In seiner Freizeit widmete er sich der Literatur und - was manchen überraschte - der Kunst des Kämpfens. Er konnte sich allerdings nicht so recht dazu entschließen, einem bestimmten Lehrer und Stil zu folgen. Auch hielt er nichts von den tiefen Stellungen und den xlangen Brückenx, die auf die meisten so gefährlich und kraftvoll wirkten. Stile, die sich auf rohe Körperkräfte verließen, waren nichts für ihn. Eben so wenig hielt er von solchen, die aus schönen, aber unpraktischen Bewegungen bestanden. Was er suchte, war ein System, dessen einfache Bewegungen praktisch und vernünftig anzuwenden waren.
Jahre vergingen, wobei er nach dem richtigen System und nach dem richtigen Lehrer suchte. Endlich wurde sein Warten belohnt - er traf Leung Yee Tei und lernte von ihm das Wing-Tsun-System.
Schon bald verdiente sich Leung Jan durch sein Können den Titel "Kung-Fu-König des Wing Tsun". Sein Ruhm brachte ihm viele Herausforderungen ein. Ehrgeizige Kämpfer zwangen ihn, seinen Titel zu verteidigen, aber waren schnell besiegt. Überall, wo man seinen Namen nannte, erinnerte man sich an seinen Titel "Kung-Fu-König des Wing Tsun" und an seine Siege über alle Herausforderer. Selbst heute spricht die ältere Kung-Fu-Generation noch voller Bewunderung von Leung Jans Kämpfen.

- Leung Tsun und Chan Wah Shun
Leung Jan hatte es finanziell nicht nötig, den Wing Tsun-Unterricht hauptberuflich zu betreiben. Wenn er Schüler annahm, dann vor allem deshalb, weil er für seine Wing Tsun-Studien Trainingspartner brauchte. Er hatte deshalb nur wenige Schüler, unter ihnen seine beiden Söhne, Leung Tsun und Leung Bik. Jeden Abend, nachdem er seine Apotheke geschlossen hatte, unterrichtete er Wing Tsun.
Einer seiner Schüler wurde "Wah der Holzmann" genannt, weil seine Arme hart wie Holz waren und weil er im Training oft die dicken Arme der Holzpuppe zerbrach. Jeden Abend trainierte er unter Anleitung seines Lehrers Leung Jan mit seinen Klassenkameraden Wing Tsun. Direkt neben der Apotheke war der Stand eines Geldwechslers, der Chan Wah Shun gehörte. Man nannte ihn xWah den Geldwechslerx. Er war nahezu "verrückt" nach Kung Fu und wollte unbedingt einem berühmten Meister folgen. Da sein Stand neben Leung Jans Apotheke war und er dessen Auftreten und Können bewunderte, hätte er Leung Jan zu gerne um Unterricht gebeten. Da Leung Jan aber ein reicher Bürger war und einer berühmten Familie angehörte, traute sich Chan Wah Shun nicht, sich ihm mit einer solchen Bitte zu nähern. Auch hatte er große Angst abgewiesen zu werden.
Jeden Abend nach der Arbeit schlich sich Chan Wah Shun auf Zehenspitzen zur Tür von Leung Jans Apotheke, um Leung Jan durch eine Ritze beim Wing Tsun -Unterricht zu beobachten. Meister Leung Jan war sein Vorbild. Keine Hand- oder Fußbewegung Leung Jans entging seiner gespannten Aufmerksamkeit. Und täglich wurde sein Verlangen größer, Wing Tsun zu erlernen. Eines Tages nahm er seinen ganzen Mut zusammen und sprach Leung Jan an. Wie erwartet, wurde er, wenn auch mit freundlichen Worten - abgewiesen. Er war natürlich enttäuscht, aber keinesfalls mutlos. Denn er hatte sich einen Plan zurechtgelegt, wie er sein Ziel dennoch erreichen konnte.
Eines Tages, als Leung Jan außer Haus war, brachte Wah der Holzmann einen starken Mann zum Training mit in die Apotheke. Nur Leung Jans jüngerer Sohn, Leung Tsun, war da. Tatsächlich war der Fremde Chan Wah Shun, der schon seit langer Zeit Wing Tsun durch den Türspalt gelernt hatte. Leung Tsun wollte sofort mit dem Geldwechsler kämpfen, um festzustellen, wie viel dieser durch den unerlaubten Unterricht gelernt hatte und um natürlich seine Überlegenheit zu beweisen.
Leung Tsun, der ältere Sohn des Meisters, hatte nie so hart trainiert wie sein Mitschüler Wah der Holzmann. Schon beim ersten Kontakt fühlte Chan Wah Shun, dass sein Gegner nicht so stark und geschickt war, wie er erwartet hatte. Ohne dass er es beabsichtigt hatte, traf Chan Wah Shuns Handflächenstoß Leung Tsun so hart, dass dieser in den geliebten Sessel seines Vaters geschleudert wurde, so dass ein Stuhlbein brach. Erst waren alle über den Ausgang des Kampfes verblüfft, dann fürchteten sie, dass Leung Jan sie bestrafen würde, weil sein Lieblingssessel kaputt war. Deshalb versuchten sie, den Schaden notdürftig zu tarnen, damit Leung Jan bei seiner Rückkehr nichts bemerkte.
Als Leung Jan am selben Abend zur Apotheke zurückkehrte, wollte er sich nach dem Abendessen auf seinem geliebten Sessel ausruhen. Zu seiner Überraschung brach der Sessel auf einer Seite zusammen, so dass er selbst fast zu Boden stürzte. Als er seinen ältesten Sohn verhörte, erfuhr Leung Jan alles über den Besuch des Fremden und über den Kampf.
Darauf musste auch Wah der Holzmann seinem Meister Rede und Antwort stehen. Besonders interessierte Leung Jan, auf welche Weise Chan Wah Shun seine Wing Tsun -Kenntnisse erworben hatte. Leung Jan musste erfahren, dass der Geldwechsler ihn täglich durch den Türspalt beim Unterrichten beobachtet hatte und dass sein eigener Schüler, Wah der Holzmann, ihm Privatunterricht gegeben hatte. Leung Jan ermahnte den Holzmann, dass es falsch sei, ohne Erlaubnis seines Lehrers Kung Fu zu unterrichten und ließ sofort den Geldwechsler holen. Da er dachte, dass Leung Jan eine Bestrafung im Sinne hatte, riet er seinem Freund, dem Geldwechsler, in seine Heimatstadt zu fliehen, statt Leung Jan aufzusuchen. Als der Holzmann also ohne den Geldwechsler zurückkehrte, erfuhr er, dass sein Schüler ihn gründlich missverstanden hatte. Als der Holzmann hörte, dass sein Lehrer nur feststellen wollte, wie viel Chan Wah Shun gelernt hatte, war er überglücklich und brachte seinen Freund schnell zu Meister Leung Jan. Nachdem Leung Jan den jungen Mann geprüft hatte, nahm er ihn ohne weitere Umstände als Schüler an.
Obwohl er kein studierter Mann war, machte Chan Wah Shun durch Leung Jans Unterricht schnellen Fortschritt. Er hatte auf dem Markt zu tun und war dadurch oft mit Leuten der unteren Schichten zusammen, die sich gerne prügelten. Dadurch hatte er oft Gelegenheit, seine Fähigkeiten in richtigen Kämpfen zu erproben und zu verbessern. Nach relativ kurzer Zeit verbreitete sich sein Ruf als Kämpfer und erreichte sogar die Beamten der Manchu -Regierung.
Damals herrschten die Manchus schon seit mehr als 200 Jahren über die Chinesen, so dass sie schon allmählich in die chinesische Kultur aufgenommen wurden. Die Mauer zwischen der Manchu- und der Han-Rasse existierte kaum noch, was sich darin zeigte, dass kaum noch Ressentiments gegen die Manchus bestanden und Chinesen immer häufiger Positionen in der Ching-Regierung offen standen. Die Ching-Regierung (also Manchus) hatte sich an den chinesischen Lebensstil gewöhnt und war korrupt geworden. Immer häufigere Überfälle durch fremde Länder standen auf der Tagesordnung. Viele Faktoren führten zu einer allgemeinen Schwächung der Moral und der militärischen Macht der Manchus. Man besann sich darauf, die Kraft des Landes zu stärken, indem man zunächst das Militär besser trainierte. Man wandte sich deshalb an Chan Wah Shun und bot ihm den Posten eines Chef-Instrukteurs der xSoldaten der 8 Bannerx , wie man die Manchu-Streitmacht nannte, an. Es handelte sich dabei um eine Position, die ihrem Inhaber große Macht und allgemeines Ansehen verlieh.
Dennoch bedeutete es für Chan Wah Shun, dem Nachfolger von Leung Jan, keine Ehre, der Chefausbilder der Manchu-Soldaten zu werden. Wie für Leung Jan war Kung Fu-Unterricht für ihn nur eine Liebhaberei und nicht seine Profession.
Chan Wah Shun hatte keine eigene Schule, sondern er mietete sich Räume nach Bedarf. Während der 36 Jahre, die er unterrichtete, hatte er insgesamt nur 16 Schüler gehabt, unter ihnen sein Sohn, Chan Yu Min. Chan Yu Min war ein verzogenes Kind, das sich zum Missvergnügen seines Vaters am liebsten mit jugendlichen Kriminellen seines Ortes prügelte. Deshalb nahm Chan Wah Shun davon Abstand, seinem Sohn die höchsten Wing Tsun -Techniken beizubringen. Statt dessen zeigte er sie aber seiner Schwiegertochter! So kam es, dass Chan Yu Mins Frau viel besser kämpfen konnte als er, so da Chan Yu Min später von seiner Frau lernen musste, was sein Vater ihm nicht zeigen wollte.
Chan Yu Min war jedoch besonders geschickt im Umgang mit dem Langstock. Deshalb errang er beim Kampfkunst-Turnier der sieben Provinzen den Titel "Langstock-König der sieben Provinzen" und erhielt als Sieger einen gigantischen Langstock auf dem sein Name und Titel eingraviert war. Als er Jahre später seine eigene Schule eröffnete, brachte er diesen Langstock über der Tür an, um Schüler zu werben.
Unter den Schülern Chan Wah Shuns muss vor allem Ng Chung So erwähnt werden. Ng Chung So war sein ältester Schüler, der alles von ihm gelernt hatte und bis zu seinem Tode sein treuer Assistent war.
Von Yip Man bis Heute
Yip Man wurde im Jahr 1904 in Fatsan/China als Sohn wohlhabender Großbauern geboren. Im Alter von 11 Jahren begann er mit dem Wing Tsun Training unter Chan Wah Shun. Im Jahr 1909 kam Yip Man ins College nach Hongkong. Hier lernte er Wing Tsun bei Leung Bik, einem Sohn von Dr. Leung Jan. Nach Abschluss des College kehrte Yip Man 1913 nach Fatsan zurück, heiratete und wurde Vater von 2 Kindern. Dort wurde er bald als Kung Fu Experte bekannt, nicht zuletzt durch gewonnene Herausforderungskämpfe mit Vertretern anderer Kung Fu Richtungen.
Durch den 2. Weltkriegs verarmte die gesamte Sippe und er verdiente seinen Lebensunterhalt als Polizist. Im Zuge der sich verstärkenden kommunistischen Repressalien floh er Anfang der 50er Jahre wie hunderttausend andere Festlandchinesen nach Hongkong, wo er Unterkunft in einem Vereinsheim für Köche und Kellner fand. Der Kung Fu Lehrer dieses Vereinsheims (traditionell unterrichtete in jedem dieser Heime ein von der jeweiligen Gewerkschaft bestimmter und bestellter Lehrer) war Anhänger des „Drachen-Stils“. Fasziniert von der Effizienz von Yip Mans Wing Tsun wurde dieser Lehrer Yip Mans erster Schüler. Auf Vermittlung eines Freundes wurde Yip Man schließlich der Posten eines Kung Fu-Lehrers der Hongkonger Restaurantarbeiter-Gewerkschaft angeboten.
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|  Die WT-Familie im Jahr 1953
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Nachdem er zwei Jahre für die Gewerkschaft unterrichtet hatte, eröffnete er seine eigene Wing Tsun Schule in Hongkong. Dorthin folgten ihm manche Getreue, die ihm zum Teil beim Unterrichten halfen. Aber auch ganz neue Schüler aus anderen Lebensbereichen kamen vermehrt hinzu.Als immer mehr Interessenten kamen, musste Yip Man größere Räumlichkeiten anmieten. Alsbald erkannten auch die Hongkonger Polizisten den praktischen Wert des Wing Tsun und gehörten vermehrt zu seinen Klienten. Um das Wing Tsun weiter zu fördern, gründete Yip Man 1967 mit Hilfe seiner Schüler die „Hong Kong Ving Tsun Athletic Association“.
Als im Mai des Jahres 1970 der Unterricht in allen Klassen zufriedenstellend lief, zog sich Yip Man nach 30-jähriger Unterrichtstätigkeit vom öffentlichen Unterrichten zurück und überließ seine Schule und Schüler seinem Lieblingsschüler Leung Ting.
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|  GGM Yip Man und Sifu Leung Ting im Jahr 1970 bei der Übergabe der Yip Man – Schule
an Leung Ting
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Nur zwei Jahre später erkrankte der alte Meister des Wing Tsun an Kehlkopfkrebs was seiner Lebenseinstellung und seinem Lebenswandel keinen Abbruch tat. Er ging weiterhin ins Teehaus und dinierte dort mit seinen Schülern. Niemals hörten sie ihn klagen, denn er wollte ihr Mitleid nicht und sah seinem Ende gefasst entgegen.
Yip Man starb am 2. Dezember 1972 im Alter von 79 Jahren. Er hinterließ ein geniales Kampfsystem und viele faszinierende Anekdoten.

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Großmeister Yip Man zeigt Wing Tsun Kung Fu
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- Leung Sheung
Leung Sheung wurde 1918 in der Provinz Canton geboren. In seiner Jugend wuchs er in Macau auf, der portugiesischen Kolonie nahe Hongkong. Schon mit 14 Jahren begann er mit dem Kung Fu Training in den Stilen Choi Li Fat, Pek Mei und dem Drachen-Stil. Für sein profundes Wissen in speziell diesem Stil war er in den Kampfkunstkreisen besonders respektiert. Obwohl er bereits in seiner Jugend viel über das sagenumwobene Wing Tsun gehört hatte, hatte er zuvor nie die Gelegenheit gehabt, Wing Tsun praktisch zu erleben, da dieser Stil schon immer sehr selektiv und geheim unterrichtet wurde.
Als Yip Man Anfang der fünfziger Jahre nach Hongkong kam, hatte Leung Sheung bereits einen einflussreichen Posten im Management der Restaurantarbeiter-Gewerkschaft, für die er in deren Vereinsheim auch das Gewerkschaftsinterne Kung Fu Training leitete.
Durch die Vermittlung eines gemeinsamen Freundes wurden die beiden bekannt gemacht und nach kurzer Demonstration seines Könnens bat Leung Sheung Yip Man, ihn als ersten Schüler anzunehmen. Nachdem dieser akzeptiert hatte, übergab Leung Sheung seine Kung Fu Klasse an Yip Man, der von nun an der offizielle Kung Fu Lehrer der Restaurantarbeiter-Gewerkschaft war.
Leung Sheung lernte unter Yip Man in der Zeit von 1950 – 1955. Nach einem einjährigen Intermezzo in seiner Heimat Macau unterrichtete er bis zu seinem Tod im Jahr 1978 in Hongkong.
Zu seinen Schülern gehörte auch der junge Leung Ting, der 6 Jahre bei Leung Sheung lernte, bis ein älterer Schüler Yip Mans, Kwok Keung, ihn Großmeister Yip Man vorstellte, und dieser ihn als letzten Schüler unterrichtete.
Nach dem Tode Leung Sheungs wurden einige seiner fortgeschrittensten Schüler wie z.B. Cheng Chuen Fan und Leung Koon Schüler von Leung Ting. 
- GGM Leung Ting
Leung Ting, Jahrgang 1947, begann im Alter von 13 Jahren mit dem Wing Tsun. Zwei von Leung Tings Onkeln mütterlicherseits (die Presse nannte sie wegen ihrer Kampfstärke die zwei „Tiger des Wing Tsun“) trainierten in der Hongkonger Schule von Meister Leung Sheung, des ersten Meisterschülers von Yip Man. Durch die beiden wurde Leung Ting eingeführt.
Im Alter von 19 Jahren eröffnete er während des Studiums am Hong Kong Baptist College seine erste Wing Tsun Klasse. Schon nach einem halben Jahr hatte er mehr als 120 Schüler. Ein Rekord für damalige Verhältnisse, als aufgrund der traditionellen Unterrichtsweise kein Kollege auch nur annähernd so viele Schüler anziehen konnte (z.B. zeigten traditionelle Kung Fu Lehrer nicht die geringste Neigung, die Bedeutung der Bewegungen in der Praxis zu erklären. Schon früh modernisierte er den traditionellen Kung Fu Unterrichtsstil, der das Prinzip des Improvisierens, des ungeordneten Lernens bevorzugte. Diese Unterrichtsweise hatte in einer kleinen Gruppe von 6 oder 7 Personen durchaus ihre Berechtigung, doch bei so vielen Schülern musste sich Leung Ting eine adäquate Unterrichtsweise einfallen lassen. Auch führte er erstmals ein Graduierungssystem ähnlich dem des Karate ein. So etwas gab es vor Leung Ting im chinesischen Kung Fu nicht).
Nachdem Leung Ting 6 Jahre von Yip Mans erstem und bestem Schüler gelernt hatte, hatte er das Glück, von Großmeister Yip Man persönlich unterrichtet zu werden. Dies geschah, als Yip Man sich bereits aus dem öffentlichen Unterrichtsbetrieb zurückgezogen hatte. Er wurde zu Yip Mans letztem Schüler; erlernte die fortgeschrittensten Techniken und Prinzipien des Wing Tsun.
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|  GGM Yip Man unterrichtet Leung Ting an der Holzpuppe
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Nachdem einige Kämpfer der Yip Man Schule beim ersten internationalen Kung Fu Vollkontaktwettkampf im Jahr 1969 in Singapur als Verlierer zurückgekehrt waren, ärgerte sich Großmeister Yip Man so sehr, dass er kurzfristig aus seinem selbstgewählten Ruhestand an die Unterrichtsfront zurückkehrte, um für bessere Qualität zu sorgen. Schon einige Monate später übergab er sie an seinen Lieblingsschüler Leung Ting. Natürlich waren die älteren Schüler Yip Mans von dieser Wahl überhaupt nicht begeistert. Verständlicherweise waren viele der Meinung, dass die Position ihnen als Älteren eher zugestanden hätte. Nach Großmeister Yip Mans Tod wurde der Protest und der Widerstand vieler älterer Yip Man Schüler immer deutlicher, so dass der junge Leung Ting von seinem Posten zurücktrat, da das Arbeitsklima unerträglich wurde. Um sich von den anderen Yip Man Schülern zu unterscheiden, wählte Leung Ting eine eigene Schreibweise für seinen Wing Tsun/WT Stil. Die bisher benutzten Schreibweisen für das chinesische Zeichen wie „Wing Chun“ oder Ving Tsun“ schienen Leung Ting zum einen phonetisch nicht korrekt, weil es den Laut „V“ im Chinesischen nicht gibt, zum anderen die andere Schreibweise in der Abkürzung „WC“ Wasserklosett bedeutet.
Im Jahr 1975 gründete Leung Ting die IWTMAA (International Wing Tsun Martial Art Association), aus der die IWTA (International Wing Tsun Association) hervorging.
Bis heute hat sich die IWTA zu einem weltweiten Verband mit Vertretungen in über 60 Ländern der Erde entwickelt.
1979 wurde Leung Ting von der Nationalen Sportakademie Sofia zum Gastprofessor für Sportwissenschaften ernannt.
Leung Ting ist nicht nur ein Meister des Wing Tsun Kung Fu, sondern wurde in den letzten Jahren auch als Regisseur für Kung Fu Filme bekannt. Seit 1971 konzipierte und inszenierte er über 30 Kung Fu Serien für das Fernsehen und acht Kinofilme.
Seit 1978 veröffentlichte Leung Ting zahlreiche Bücher (und Videos) über Wing Tsun und andere chinesische Kampfkünste, die nicht nur für Wing Tsun Begeisterte eine Quelle herausragenden Fachwissens sind, sondern zu den Standardwerken der Martial-Arts-Literatur gehören.


- GGM Keith R. Kernspecht
Keith R. Kernspecht, Jahrgang 1945 begann Ende der fünfziger Jahre mit dem Studium der verschiedenen westlichen und östlichen Kampfmethoden wie z.B. Freistilringen, Catchen, Ju-Jitsu, Judo, Kempo, Shaolin Kung Fu. Später folgten Shotokan- und Wado-Karate, Kobudo, Tae Kwon Do, Aikido sowie thailändische Selbstverteidigung (Ling Lam), mit der ihn Meister Sunthus Supasturpong bekannt machte, und das Escrima (philippinische Stock und Waffenkampfkunst).
Im Jahr 1967 gründete Kernspecht mit dem Budo-Zirkel Kiel e.V. die Keimzelle für das Wing Tsun und Escrima in Europa.
1970 hatte Kernspecht erstmals Berührung mit einer Variante des Wing Tsun, dem Wing Chun, das er u.a. im Londoner China-Viertel als wahrscheinlich zweiter Europäer durch Sifu Cheng Chung kennen lernte.
Auf Empfehlung von Cheng Chung wandte er sich 1975 an Großmeister Leung Ting, den Großmeister Yip Man mit der Nachfolge als Kung Fu Lehrer der „Ving Tsun Athletic Association Hongkong“ betraut hatte
1976 besuchte Leung Ting, damals ein junger chinesischer Literaturwissenschaftler auf Einladung von Kernspecht zum ersten Mal Deutschland und den Westen überhaupt. Dieser Besuch führte zur Gründung der europäischen Sektion der IWTMAA (International Wing Tsun Martial Art Association), der EWTO (Europäische Wing Tsun Organisation) unter der Leitung von Kernspecht, der heute den 10. Meistergrad des Leung Ting Wing Tsun innehat. Er ist mit dieser Graduierung der weltweit höchste Meister dieser Kampfkunst nach Großmeister Leung Ting selbst.
Zur Vervollständigung seines Wissens und mit der Zustimmung seines Meisters studierte Kernspecht von 1979 bis 1981 in den USA die ursprüngliche Lehre Bruce Lees von dessen 1. Assistenten und kampfstärksten Schüler Jesse Glover.
Internationale Kampfsportzeitschriften nannten Kernspecht schon in der 80er Jahren den „Vater des Wing Tsun im Westen“, das renommierte amerikanische „Black Belt“ Magazin wegen seines Erfolges sogar den „Kaiser des Kung Fu“.
In der Ausgabe 50 vom Dezember 1999 berichtete das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ unter „Personalien“:
„Keith Kernspecht, deutscher Guru der Selbstverteidigungsszene, erhielt den weltweit ersten Titel eines „Doktors der Kampfkunst“. Für seine Verdienste um die Entwicklung der Selbstverteidigung würdigte die bulgarische Staatsuniversität in Plovdiv den gebürtigen Schleswig-Holsteiner am Dienstag vor vergangener Woche mit dieser Ehre. Der gelernte Anglist und Meister vieler Kampftechniken hatte den zuvor ausschließlich von Chinesen praktizierten Kung Fu Stil namens Wing Tsun Mitte der siebziger Jahre nach Europa gebracht und über die Jahre zu einer der effektivsten Formen der Selbstverteidigung verfeinert. Heute üben sich Polizei- und Militärspezialeinheiten in dem ..... Wing Tsun, auch so mancher Personenschützer deutscher Politikprominenz hat beim Dr. der Faust gelernt.“
Als Autor und Herausgeber von Literatur und Videos über Kampfkünste und ihre Randgebiete betätigt sich Kernspecht im eigenen „Wu-Shu“ Verlag. Monatliche Beiträge über Wing Tsun und Escrima erscheinen in internationalen Magazinen, so z.B. „Kampfkunst International“, welches in 5 Sprachen und in 38 Ländern erscheint.
- Sifu Hans-Peter Edel
Sifu Hans-Peter Edel begann sein Wing Tsun Studium Ende der siebziger Jahre bei einem der Pioniere des Wing Tsun, Michael Fries, einem der ersten Schüler von Sifu Kernspecht. Bereits nach einem Jahr Training eröffnete der damals 18-jährige im Auftrag von Michael Fries seine erste eigene Wing Tsun-Gruppe in Pirmasens, die er mit großem Erfolg leitete. Bereits nach einem halben Jahr trainierten ca. 140 Mitglieder unter seiner Anleitung.
1981 übernahm er die Wing Tsun-Schule in Zweibrücken. Noch bis ins Jahr 1984 unterrichtete Hans-Peter Edel im Auftrag von Michael Fries, bis dieser sich entschloss, gemeinsam mit dem italienischen Nationaltrainer das Wing Tsun in Italien aufzubauen.
Im Jahr 1985 entschloss sich Hans-Peter Edel (zu diesem Zeitpunkt 1. Technikergrad Wing Tsun) seinen Beruf als Bürokaufmann aufzugeben und sich ganz der Verbreitung des Wing Tsun zu widmen. Dass er das immer mit Herz und Seele verfolgte, wird schon dadurch deutlich, dass er 8 Jahre lang die chinesische Sprache studierte, um das Wing Tsun noch besser verstehen zu können. Hans-Peter Edel ist wohl einer der wenigen westlichen Wing Tsun Meister, die sich mit ihrem chinesischen Großmeister in dessen Muttersprache unterhalten können.
1997 erhielt Sifu Edel während der Geburtstagsfeier von Großmeister Leung Ting den 5. Praktikergrad und wurde so zum Meister des Wing Tsun ernannt.
Sifu Edel unterrichtet heute an der Wing Tsun Akademie in Pirmasens und unterstützt seine Schüler, die im Raum Pirmasens und Bexbach unter seiner Leitung eigene Schulen betreiben. Darüber hinaus unterstützt Sifu Edel die Schulkomplexe in Darmstadt, Karlsruhe, Heilbronn und Umgebung. Zu seinen Schülern zählen viele hohe Technikergrade, u.a. die Wing Tsun-Nationaltrainer von Australien und Kroatien. Mehrere seiner höchsten Schüler haben bereits selbst den Titel eines „Sifu“ erhalten.


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Sifu H.P. Edel beim Techniker-Unterricht in der WT-Akademie Pirmasens
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WT-Technik meisterlich von Sifu H.P. Edel
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- Sifu Jürgen Pottiez
Seine ersten Berührungen mit dem Wing Tsun machte Sifu Jürgen Pottiez in einer kleinen „Wing Tsun Gruppe“ in Weingarten/Baden im Jahre 1979. Zu dieser Zeit gab es in Deutschland noch sehr wenige„Wing Tsun Schulen“ unter Leitung eines Lehrers und Technikergrades, so dass die Gruppe in Weingarten von einem 10. EWTO Schülergrad betreut wurde. Auch war es in dieser Pionierzeit nicht selten, dass Stilisten anderer Kampfkünste/Kampfsportarten „vorbeischauten“, um die Effizienz des Wing Tsun zu „testen“. Durch diese Art der „Feldforschung“ war das Training sehr duelllastig und weitaus kampfbetonter als heute.
Während seines Studiums zum Grafik-Designer in Pforzheim Anfang der 80er Jahre setzte er seine Ausbildung in einer dortigen Wing Tsun -Schule bis zum 10. Schülergrad fort, eröffnete1984 nach dem Erwerb der Übungsleiter-Qualifikation bei Sifu Kernspecht eine eigene Wing Tsun -Gruppe in Karlsruhe und wurde direkter Schüler von Sifu Kernspecht.
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|  J.Pottiez beim „ChiSao“ mit seinem Sigung GGM
Leung Ting im Jahr 1986 im EWTO-HQ
Schloß Langenzell
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Nachdem er bereits sein Studium durch Türstehertätigkeiten finanziert hatte, lag es auf der Hand, dass er nach erfolgreichem Abschluss1990 einen eigenen, regional erfolgreich tätigen Sicherheitsdienst gründete und seine Mitarbeiter selbst in speziellen Selbstverteidigungs- und Festnahmetechniken unterrichtete, die auf den von Sifu Kernspecht entwickelten „Wing Tsun Lat-Sao“-Programmen und ergänzenden Escrima Stocktechniken fußten. So hatten seine „Securities“ ein breites Spektrum von Techniken zur Verfügung, um auch extreme Situationen des Tätigkeitsfeldes zu bewältigen.
Weitere Erfahrungen sammelte Sifu Pottiez bei der von der EWTO Sicherheitsakademie Langenzell angebotenen Personenschützer-Grundausbildung in den Bereichen Fahrer-Training, Schusswaffen-Training, Sprengstoff- und Waffensachkunde sowie dem Training von Extremsituationen in Schutz und Evakuierung von anvertrauten Personen.
Mitte der neunziger Jahre zog sich Sifu Pottiez aus dem Sicherheitsgewerbe zurück und konzentriert sich seitdem auf die freie Grafik und sein Studium des Wing Tsun und Escrima.
Ein Meilenstein in seiner Wing Tsun Laufbahn war die EWTO Asienreise im Jahr 1997 anlässlich der Feier des fünfzigsten Geburtstages von Großmeister Leung Ting in Hongkong. Hier wurde er von seinem Sihing, Sifu Hans-Peter Edel, nach einer sehr individuellen Prüfung als Schüler angenommen.
Seitdem lernt Sifu Pottiez im Privat-Unterricht bei Sifu Edel und in speziellen Kleingruppen für Techniker-Grade die feineren und höheren Aspekte der Wing Tsun Kampfkunst, die über die reine Selbstverteidigung weit hinausgeht.
Regelmäßige Gastseminare mit Sifu Edel bilden seit Jahren die Höhepunkte des Kampfkunst-Angebotes der Wing Tsun Schule Karlsruhe.

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